Mode-Interview mit Rin

„Deren Style ist Geld, mehr nicht.“

Rin hat eine große Affinität für Mode, insbesondere für Streetwear und setzt sich daher leidenschaftlich damit auseinander. Gerade in seinem Splitvideo zu Ljubav/Beichtstuhl hat er das stilsicher zur Show gestellt, weswegen wir auch ein Mode-Interview mit ihm führten. 

Interview mit Rin

„In Deutschland referieren sie Young Lean oder Lil B [für Cloud-Rap], was kompletter Mist ist.“

Es war der 3. Juli 2015, der Rins Leben ein für alle Mal veränderte. Zu diesem Zeitpunkt rappte er noch im tiefsten Untergrund Bietigheim-Bissingens, in dem er heute noch aktiv ist. Am besagten Tag veröffentlichte er das Splitvideo Ljubav/Beichtstuhl, das heute etwas über 10.000 Klicks aufweist, doch in der Rapszene trotzdem großen Anklang fand. Plötzlich hatten ihn die Szene-Größen auf dem Schirm wie Casper, Falk Schacht, Live From Earth, LGoony oder Young Hurn, die den Track teilten oder kommentierten. Keine zwei Stunden nach der Veröffentlichung hatte Rin schon einen Top-Produzenten am Start, der mit ihm zusammenarbeiten wollte. Doch erst einmal zurück zum Anfang: Started from the Bottom. 

Interview mit EstA

„Ich war innerlich sehr unzufrieden und Alkohol hat das nur noch weiter gepusht.“

Esta kennt innerhalb der Rapszene wohl ziemlich jeder, ob nun durch das VBT, Baba Saads Label Halunkenbande oder durch den Diss auf dem Hit Choices von Money BoyGenau mit diesem Esta sprachen wir anlässlich seines neuen Albums BestA sowohl über den angekündigten Longplayer als auch über den Gegenwind, den er fast so lange spürt, wie er rappt. 

Interview mit Caz

„Ich bin nunmal ein introvertierter Mensch, dem die große Aufmerksamkeit nicht so wichtig ist.“

Caz neues Mixtape 92 / 8 ist ein weiteres Kapitel seines musikalischen Werdegangs, das eine ganz neue Facette zum Vorschein gebracht hat. Während sich Ohne Künstliche Zusätze noch an eine traditionelle Rapformel hielt, die auf Karmasutra nur weiter ausgeführt wurde, steht 92 / 8 für sich. Auf keinem anderen Tape hat er so viel experimentiert wie hier und das Ergebnis lässt sich hören. 

Interview mit B-Tight

„Die BPJM [hat] gecheckt, dass meine Songs nicht so ernst gemeint sind.“

B-Tight kann auf eine lange und bewegte Karriere als Rapper zurückblicken. Von einem Leben, in dem er nicht mal das Geld hatte, um im Winter heizen zu können, hin zu den Erfolgen mit Aggro Berlin. Doch als das Label seine Pforten schloss, wurde es lange Zeit still um B-Tight. Aber im Jahr 2015 gelang ihm sein erfolgreiches Comeback mit Retro, das er mit Born 2 B-Tight bestätigte. Er ist nicht nur zurück, sondern wieder ein fester Teil unserer Rapszene.

Interview mit Jahmica

„Trap - wie auch Boombap - [ist] keine zeitgemäße Musik.“

Allein die Tatsache, dass sich ein weißer, deutscher Rapper Jahmica nennt, strahlt schon Provokation aus. Schließlich ist das eine direkte Anlehnung an Jamaica, ein Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung schwarz ist. Es geht ihm wohl tatsächlich mehr um den Reiz, den er mit seinem Namen auslöst, als zu verdeutlichen, wie sehr ihn die karibische Kultur beeinflusst hat, denn das hat sie nur minimal.

Interview mit 3Plusss (Teil 2 von 2)

„Ich bin extra nicht mitgefahren, weil ich auf den Anruf von Fler gewartet habe.“

Im ersten Teil unseres Interviews ging es fast ausschließlich um Deutschrapinterviews und wenig um die Musik. Das haben wir im zweiten Teil unseres Skypeinterviews nachgeholt, da seine neue EP Auf der Stelle schon genug Gesprächsstoff liefert. Doch dabei blieb es nicht. Wir kamen nicht umhin nochmal über Fler und einen möglichen Streit zu sprechen. Außerdem ging es auch um Battleturniere. Da 3Plusss bereits vor vier Jahren bei einem Videbattleturnier für Furore sorgen konnte, wollte ich wissen, ob er nicht auch mal an Livebattles teilnehmen möchte. Doch zuerst sprachen wir über seinen äußerst gelungenen Facebook-Scherz!

Interview mit 3Plusss (Teil 1 von 2)

„Wie soll ich das Album kaufen, wenn du nicht einmal Interviews gibst?“

Ist 3Plusss ein Battlerapper? Ein Satirerapper? Oder vielleicht doch ein Emo-Rapper? Man könnte sich damit schwer tun, ihn in eine Schublade zu stecken oder auch ganz leicht, indem man ihn einfach in alle steckt. Als Künstler schafft er es sowohl über Gefühle zu sprechen als auch über sein riesiges Ego. Obendrein hat er auch ein sicheres Gespür für die Rapszene, das ihn so faszinierend macht. 

Interview mit Nynjoe

„[Hip-Hop] ist zu einer sehr kapitalistische Szene geworden, obwohl die ursprünglichen Werte Community, Respekt, Liebe und Kunst waren.“

Vor etwa sechs Jahren erlebte Nynjoe mit seiner Crew Rohdiamant, die aus ihm und Grantill bestand, einen kleinen Hype, indem sie von der hiesigen Rap- bzw. Musikszene als das nächste, mögliche große Ding gehandelt wurden. Obwohl es auch Kritik gab, waren sie in aller Munde. Zeitgleich war es auch der Moment, in dem sich Rohdiamant auflöste. 

 

Interview mit Caz

Jahresrückblick zum Jahr 2015

Im vergangenen Jahr trafen wir uns mit Caz bereits zu zwei Interviews, wodurch es nur folgerichtig ist, mit ihm einen Jahresrückblick zu starten. Wir trafen uns mit ihm in seinem Studio, um uns zwölf Videos aus dem letzten Jahr anzuschauen, während er diese frei Schnauze kommentierte. Gemeinsam hörten wir uns die Songs von talentierten und aufstrebenden Rappern aus dem Untergrund an, die Caz aber nicht alle gut fand.

Interview mit Wordsflysch

„Wir haben nicht die Intention, damit etwas krasses zu erreichen.“

Wordsflysch sind mit ihrem Mob zurück! Schon vor zwei Jahren zeigten sie ihr erstes Lebenszeichen im Internet und veröffentlichten ein Video, in dem sie mit einem alten Ford Fiesta der dritten Generation posierten - inklusive Hello Kitty Aufkleber und einem Mann mit Kleid. Merkwürdigerweise kam danach aber nichts mehr von den vier Rappern (Zone, Mundraub, Dekzter und Dissythekid) aus Erfurt. Warum sie so lange Zeit nichts nachlegten, erklärt Mundraub im Interview: „ Wir haben nicht die Intention, damit etwas Krasses zu erreichen.“ Bei ihnen scheint der Spaß an erster Stelle zu stehen und das hört man ihrer Debüt-EP Provinzrüpel an. In den sieben Songs ist so viel Witz enthalten, dass es für Ernsthaftigkeit keinen Platz mehr gibt. 

Interview mit Juse Ju (Teil 2 von 2)

„Der Zeitgeist ist eine Bitch, die du nicht einfach ficken kannst.“

Was Untergrund bedeutet, erklärte Juse Ju bereits im gleichnamigen Song auf seinem Album Angst und Amor. Doch in diesem Interview intensivieren wir das Thema Untergrund - abseits von Rhymes und Punchlines. Schließlich ist Juse Ju schon so etwas wie der Inbegriff von Untergrund: Er ist Vollzeit berufstätig und macht seine Musik nach Feierabend. Wenn er über sein Dasein als Untergrundrapper spricht, sind es Erfahrungen aus seinem Leben. 

Interview mit Juse Ju (Teil 1 von 2)

„Ich bin ein hasserfüllter Mensch, der Rache sucht.“

Juse Jus Gesicht wäre im Azzlack-Duden wohl unter Weltenbummler zu finden, da er in Baden-Württemberg, Bayern, Tokio, Texas und Berlin lebte bzw. lebt. Wir fragten, wo der Globetrotter seine ersten Songs aufgenommen hat? Wie es zur Crew Massig Jiggs kam und ausgerechnet diesem Namen? Das sind alles Fragen, denen wir während des Interviews nachgegangen sind. Natürlich sprachen wir auch über Juse Jus aktuelles Album: German Angst. 

Interview mit MARZ (Teil 2 von 2)

Das große Fußballinterview mit MARZ:  „Jeder muss für eine WM im eigenen Land bezahlen. […] Ob es nun legal oder illegal ist, spielt dabei keine Rolle.“ 

MARZ hat schon von Anfang an, seine Liebe zum Fußball gezeigt. Auf seinem Mixtape Hoes. Flows. Tomatoes. befindet sich der Song Samstag halb vier, auf dem es um Fußball als Kultur geht. In diesem Video spielt er einen Vereinsaktionär im Amateurfußball, der sich um alles kümmern muss. Von der Rasenpflege bis hin zur Kasse. Fußball ist für MARZ mehr eine Leidenschaft statt reines Entertainment. Oder wie er selbst sagt: „Einer der vier großen Lieben meines Lebens.“

Interview mit MARZ (Teil 1 von 2)

Im ersten Teil geht es um seine Musikhistorie, Sickless und sein kommendes Album I love 2 hate.

MARZ ist einen sehr geraden und kontinuierlichen Weg gegangen. Er tourte mit seiner Crew (Black n Proud) aus Jugendtagen durch Deutschland und spielte dabei viele kleine Gigs. Von Stuttgart bis in den Ruhrpott, einfach weil es ihm Spaß gemacht hat. Nach einer kleinen Pause ging es wieder weiter. Schon nach dem ersten Solomixtape wurden seine Zuschauerzahlen größer und wachsen seitdem kontinuierlich.

Im März 2016 erscheint sein langersehntes Album I love 2 hate. 

Interview mit Keno

„Es wird nicht lange gutgehen, wenn wir den einen Menschen die größtmöglichste Freiheit gewähren, während in anderen Teilen der Welt Männer und Frauen aufgrund ihrer Religion hingerichtet werden.“

Keno rappt schon weit mehr als eine Dekade lang. Alles nahm seinen Anfang in München, wo er mit Fatoni und Bustla die Rap-Crew Creme Fresh gründete. Nachdem sich die Truppe aufgelöst hatte, kam es zu einem nahtlosen Übergang in eine völlig neue und ungewöhnliche Rapformation: Moop Mama. Zwei Alben später veröffentlicht Keno sein erstes Soloalbum Paradajz Lost, das er mit Flying Pussyfoot zusammen produziert hat. 

1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil drei

„Was mir oft auffällt, ist dass viele Deutsche Angst davor haben, etwas falsches gegenüber uns Türken zu sagen.“

Der dritte Teil beendet die Interviewreihe mit den Deutsch-Türken Melih Torcuk und Burak Ötztürk. Lässt man die vorherigen beiden Teile Revue passieren, kann man schlussfolgern, dass die Akzeptanz von Türken bzw. Deutsch-Türken hierzulande steigt. Jede Generation hat es in Deutschland ein wenig besser und bekommt mehr Chancen als die vorherige. Vielleicht kommen wir in einhundert Jahren an den Punkt, an dem Deutsch-Türken genauso akzeptiert sind wie Deutsche selbst.

1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil zwei

„Wenn sich ein Türke schlecht benimmt, sind  gleich alle Türken daran schuld.“

Der erste Teil unseres Interviews mit Melih und Burak war sehr aufschlussreich, denn in ihren Aussagen steckte viel Wahrheit: „Die Türken haben dabei geholfen, Deutschland voranzubringen.“ Um im Hip-Hop Slang zu bleiben: Sie haben ihre Dues gepayed. Die Gastarbeiter kamen oftmals nur mit einem kleinen Koffer nach Deutschland.

1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil eins

„Kein Mensch wird rassistisch geboren.“

Über die Diskrimierung von Türken wird hierzulande nur wenig gesprochen. Zwar ist der Missstand zu einem Tabu geworden, aber genau deswegen möchten wir darüber sprechen. Manch ein Deutscher bekommt diverse Benachteiligungen gar nicht mit, denn oftmals sind Deutsche mit Deutschen befreundet und Türken mit Türken.

Interview mit Chefket

„Das ist struktureller Rassismus. Das bekommt man als Weißer aus der Mehrheitsgesellschaft nicht mit“

Chefket bezeichnet sich selbst als den glücklichsten Rapper der Welt und hat diesem Thema einen ganzen Song gewidmet. In den letzten Jahren konnte er sich einen ausgezeichneten Ruf als Live MC erarbeiten, weil er seine Skills, die er auf Albumlänge zeigt, auch eins zu eins auf der Bühne umsetzten kann.

 

Interview mit Caz und Lucky Looks

„Weil wir keine Erwartungen haben, sind wir schon im Leben angekommen“

Kurz nach dem Release von 0230 AM traf sich BB21 mit Caz und Lucky Looks, um sich mit den zwei Bietigheimer Rappern über ihre EP zu unterhalten. Obwohl die beiden eine enge und langjährige Freundschaft verbindet, war es ein langer Weg zu einer gemeinsamen EP. Vielleicht war es aber auch gerade ihre Freundschaft, die ihnen im Weg stand. Es ist ein Problem das wohl jeder aus der Arbeit oder der Schule kennt: Wenn man sich zu gut versteht, unterhält man sich lieber und chillt zusammen, anstatt produktiv zu sein. Doch endlich haben es die beiden geschafft und am der Tag der Zeitumstellung, dem 25.10.15, ihre EP 0230 AM veröffentlicht. Dort reihen sie nicht einfach nur fünf Songs aneinander, sondern geben dir den Soundtrack zum Chillen.

Interview mit Antifuchs

„Ich würde es einfach auf die natürliche Dopeness schieben“

Antifuchs konnte dieses Jahr mit ihrer EP Willkommen im Fuxxbau für viel Wirbel sorgen. Vor ein paar Tagen ist eine neue Videoauskopplung aus der besagten EP veröffentlicht worden, Antiheld, die eine andere Seite ihrer Skills unterstreicht, nämlich auf langsame Beats rappen zu können. Ob es nun ein wahnsinnig schneller Beat wie bei Neongold ist oder ein langsamer, Anti hat ihre Hausaufgaben gemacht, rappt technisch auf hohem Niveau und kann scheinbar auf jedem Beat rappen.

Interview mit David Floyd

„Ich verzichte […] nicht bewusst auf Geld, sondern verzichte auf das Streben danach!“

David Floyds Gesicht kennt man nicht. Zumindest nicht aus seinen Videos, von Fotos, Konzerten oder vom Cover seiner Debüt-EP Plastikwelt. Der Newcomer aus Köln tut das aber nicht aus Kalkül oder wegen eines Marketingtricks, sondern aus einer Lebenseinstellung heraus.

Interview mit Ruffiction

„Die [Fans] bieten uns aus Nettigkeit [Blech rauchen] an“

Ruffiction schocken mit ihren Songs nicht nur deine Mutter. Auch die BPJM empfand, dass ihre Songs „menschenverachtende Darstellungen“ enthalten. Das wiederum sorgte dafür, dass zwei Gratisdownload-Alben indiziert worden sind. Doch die Band Ruffiction, bestehend aus Arbok 48, Crack Claus und Crystal F, bleiben provokant und überspitzt.

Interview mit Superior

„Es gibt in Deutschland nur wenige Rapper, die souligen Boombap feiern“

Superior ist ein Produzent aus Heilbronn, der durch seinen Neo-Boombap-Soul bekannt geworden ist. Obwohl er in Deutschland lebt und aufgewachsen ist, genießt er in den USA eine größere Hörerzahl als in Deutschland. Im August ist seine Vinyl Scenes erschienen, die ein reines Produzentenalbum darstellt...

Interview mit Der Plot

„Aber natürlich regt das einen 90er Jahre Hip-Hop Nazi auf“

BB21 führte mit dem Plot ein Skypeinterview über die Entwicklung des Hip-Hops, Comics und warum ihr neues Album Interrobang heißt. Beim Plot muss man aufpassen, achtsam zuhören und zwischen den Zeilen lesen. Die vier Jungs aus Düsseldorf haben ein gesellschaftskritisches Album produziert...

Interview mit Jean Cyrille

„Das was ich mag, ist Rebellion. Ich finde, dass sich zu viele Menschen zu schnell fügen.“

Jean Cyrille ist ein bemerkenswertes Talent in Deutschlands Undergroundszene. Er nutzt 808’s und schnelle Hi-Hats, um kraftvollen und harten Rap zu machen. Nun sind die beiden Musikinstrumente keine Seltenheit mehr, aber aktuell findet man keinen, der sie so nutzt wie er. Bestes Beispiel ist sein Song Lashka. Jede Drum, Snare und Hi-Hat sitzt perfekt...

Interview mit Sickless

„[Stuttgart ist] doch die Stadt, mit der absolut höchsten Quote an Rappern, die Songs über die eigene Stadt schreiben“

Beim Stuttgarter Rapper Sickless läuft es immer besser. Er wurde in den letzten Monaten auf den Festivals splash!, HipHop Open (als Moderator), HipHop Kemp und Spack gebucht. Anders gesagt: Er hat beide Füße in der Tür von wichtigen HipHop Festivals. Er tourt durch Deutschland, veröffentlichte letztes Jahr sein Debütalbum und sticht sowohl mit seiner eigenen Version des Boombaps als auch...

Interview mit Nasou

„Ich will keine Tränen auf einem Festival sehen!“ 

Fast 20 Auftritte allein in diesem Sommer sprechen eine deutliche Sprache: Die Leute haben Bock auf Nasous Liveshows. Der Stuttgarter mit Wurzeln aus Tunesien rappt seit Jahren auf Reggaesounds. Er ist einer der wenigen in ganz Deutschland, die in diese Richtung gehen. 

Interview mit Bausa

„[Mein Album] ist komplett fertig. Ich arbeite schon am nächsten Ding.“

Im März 2014 erschien über das Label Hitmonks Bausas EP Seelenmanöver. Seitdem kam leider nichts mehr Neues von ihm. Er veröffentlichte keine weitere EP, Mixtape oder Album, wodurch es mittlerweile sehr still um ihn geworden ist. An seinem musikalischen Talent kann es aber nicht liegen. In Seelenmanöver (hier kostenlos downloaden) sind sehr melodische Songs zu hören, auf denen er auch lyrisch viel zu bieten hat. 

Interview mit Shkelzen

„Wenn mich die Cops dabei erwischen, stelle ich mich immer blöd“

Shkelzen ist Straße. Während man im Rap darunter Kriminelle oder mittellose  Künstler versteht, ist bei ihm Straßenmusik gemeint. Er hat für sich das Performen in belebten Fußgängerzonen entdeckt um den direkten Kontakt zum Publikum zu haben. Das Stuttgarter Label Rough Rockz ist auf sein Gesangstalent aufmerksam geworden und hat ihn direkt unter Vertrag genommen. Nach dem Interview erfuhr ich von Shkelzen, dass er wieder sehr viel im Studio gewesen sei. Wir können uns wohl in naher Zukunft auf viele neue, eigene Songs von Shkelzen freuen. Doch bis jetzt kann man im Internet nur gecoverte Lieder von ihm finden, die er aber wunderschön interpretiert. Ich traf mich mit Shkelzen nach einem seiner Auftritte in Stuttgart für das Interview. 

Interview mit MC Bruddaal

„[Auf Schwäbisch zu rappen] ermöglicht mir ein ganz neues Vokabular“

Deutschrap gibt es seit Ende der 1980ern. Aber auf Schwäbisch, mit Humor und musikalischem Talent erst seid MC Bruddaal. Er ist zwar nicht der Erste, der mit dem Dialekt aus dem Ländle rappt, doch keiner zuvor konnte das auf hohem Niveau. Aus dem Nichts - ohne Label oder Marketingagentur - entstand sein Hit Du bisch mei Number One. Lustig und unterhaltsam rappt er im besagten Song, auf seinem Bonanzarad fahrend, über seine Liebe zu Stuttgart. Eineinhalb Jahre mussten die Fans auf das dazugehörige Album warten, doch mittlerweile ist der Langspieler Bollahits digital erhältlich. Grund genug, sich mit ihm auf ein kühles Bierle zu treffen, um mit ihm über seine Kunstfigur MC Bruddaal zu schwätzen. Im folgenden Interview sprach ich ihn auch auf sein früheres Alter Ego Enrico Express an.

Interview mit Caz

„Ich vermeide einfach Situationen, die mich dazu bringen, Menschen zu hassen.“

Caz ist ein begnadeter Schreiber. Er schafft es, Emotionen und Momentaufnahmen sehr genau zu beschreiben. Aus dem Wort „Freundschaft“ macht er „Fremdschaft“ und rappt im gleichnamigen Song über die Entfremdung alter Freunde. Dinge, die jeder kennt. Wenn Caz das sinnlose Partyleben kritisiert, dann passiert es schnell, dass sich der aufmerksame Hörer ertappt fühlt: „Besoffen Bilder auf dem Klo geschossen / Und wir hoffen es ist eins dabei, das noch gut genug ist, um’s zu posten / Allen schnell mal zeigen, unser Abend ist echt fett gewesen / Um uns dann am Morgen wieder ganz allein ins Bett zu legen“. In Reimen wie diesen finden sich viele wieder. 

Interview mit Lucky Looks

„Negative Bilder sind schöner als positive und erfordern mehr Details“

In Lucky Looks’ Songs steckt viel düstere Poesie. Vom Battlerap hat er sich mittlerweile verabschiedet und fokussiert sich auf die Atmosphäre, die fast durchgehend melancholisch ist. Auf seinem aktuellsten Release, der zzZ-EP nimmt er den Hörer mit auf eine betrübte Reise. Sein Auditorium fühlt eine durchgehende Elegie, denn in seinen Songs steckt wahre Wehmut. Im Interview klärt Lucky Looks auf, woher diese Gefühle stammen. Wir trafen uns nach seinem Auftritt in Bietigheim-Bissingens 4D Jugendhaus. Dort gab er ein schönes Konzert und konnte mit seiner Crowd gut interagieren. 

Interview mit Mauli

„Viel Spaß an alle die mit Maske [auf der Bühne] auftreten. Das ist ein richtig sinnloser Move.“

Aus DirtyMaulwurf, der 2012 noch beim VBT teilnahm, ist Mauli geworden. Seine Veränderung bezieht sich jedoch auf mehr als bloß seinen Namen. Nach den anfänglichen Rapsongs veröffentlichte er eine EP, in der sein Talent aufblitzte. Sowohl auf dem neuen Marvin Game Mixtape Freust du dich schon? - das neue Parts von Mauli enthielt - als auch bei seinem Auftritt bei Rough Rockz konnte man sich ein Bild vom neuen Mauli machen, da er dort Songs aus seinem demnächst erscheinenden Album performte. Mauli hat sowohl eine starke Präsenz am Mikrofon als auch eine Soundvision. Er traut sich anzuecken und macht sich nicht wahllos über andere Rapper lustig. Er weiß wovon er redet, gerade wenn es um das Thema Trap geht. 

Interview mit LIA

„Wenn du es hier [in Stuttgart] nicht schaffst, dann ist es egal, wo du hingehst.“

Zuerst das Studio, danach das Internet und irgendwann die Bühne rocken. Im Jahr 2015 ist das die Realität der meisten Newcomer, da das Internet vielen Künstlern ermöglicht, sich eine Fanbase aufzubauen, ehe sie beginnen, das Publikum live zu unterhalten. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es für Künstler mittlerweile sehr einfach, die Technik, die nötig ist um Songs zu produzieren, im eigenen Schlafzimmer aufzubauen. Zum anderen ist die Zeit der Jams vorbei. Es gibt nicht mehr viele Bühnen, auf denen sich Talente beweisen können. Dadurch passiert es mittlerweile immer häufiger, dass Rapper zwar hoch in die Charts einsteigen, aber live nicht gut rüberkommen. Aber genau das ist bei Lia nicht der Fall. Durch glückliche Fügungen bekam sie früh die Möglichkeit Vorgruppe von Kool Savas, Eko Fresh, Method Man oder Bushido zu sein. Diese Erfahrungen kann ihr keiner wegnehmen und sie weiß sie einzusetzen. Bei ihrem Auftritt sah ich keine schüchterne Newcomerin, sondern eine erfahrene Rapperin. 

Interview mit Remoe

„Deutschland ist [Amerika] immer ein bisschen hinterher.“

Remoe ist ein vielversprechendes Gesangstalent aus Stuttgart. Im Underground verschwinden neue Künstler fast täglich genauso schnell wie sie auftauchen. Doch bei Remoe lohnt es sich Zeit zu nehmen, seiner Stimme zu lauschen und seinen Soundentwurf auf sich wirken zu lassen. Er wirft sowohl RnB als auch etwas Rap in einen Topf, rührt das Ganze kräftig um und erschafft - in Deutschland - nie dagewesene Musik. Es mag zwar sein, dass sich schon viele an RnB auf Deutsch versucht haben, doch Remoe hat seine eigene Herangehensweise. Was er über sich und seine Kunst zu sagen hat, könnt ihr im folgenden Interview nachlesen.

Interview mit Takt32

„Berlin hat auch eine gewisse Härte. Man muss darauf aufpassen, wie man rappt“

Zur Eröffnung des neuen Stuttgarter Labels Rough Rockz erschien auch Takt32 für einen Auftritt, den ich für ein kurzes Interview zur Seite nahm, um unter anderem über sein Debütalbum Gang zu reden. Auf dem Langspieler lenkt er die Aufmerksamkeit nicht nur auf sich sondern auch auf seine ganze Gang. Es entstand ein Album über seine Freunde und das Leben in Berlin. Folgerichtig erschien er zum Konzert mit großer Entourage. Seine LP verherrlichte nicht das Großstadtleben, sondern berichtet auch über die Schattenseiten von Berlin. Reflektiert rappt er darüber, dass Drogen sowohl zum Genuss genommen werden als auch um den Alltag zu entfliehen. Doch Takt32 ist mehr als ein Rapper. Der ehemalige Sprayer war auch jahrelang Leistungssportler. So sprachen wir über die Unterschiede zwischen Berlin und Stuttgart, sein Sportstipendium u.v.m.