Karriererückblick mit MC Rene

„NATÜRLICH BIN ICH AUCH MAL IN DIE SCHEISSE GETRETEN, ABER ICH BIN WEITERGELAUFEN UND HABE NICHT EINFACH AUFGEHÖRT."

Diesmal unterhalten wir uns mit MC Rene über seine Vergangenheit. Denn er selbst ist der Beweis dafür, dass die besten Geschichten das Leben selbst schreibt. Als wahrer Pionier hat er das erste Deutschrap-Soloalbum aller Zeiten veröffentlicht und wurde als Freestyle-Wunderkind von der Szene hochgelobt. Doch als es nicht mehr en vogue war, nett und gutgelaunt zu sein, verblasste auch schnell sein Erfolg und plötzlich konnte er nicht mehr von der Musik leben. Jahrelang musste er sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten, bis er alles aufgab. 

Interview mit MC Rene über Khazraje

„DIE HABEN MICH SCHON ALS MAROKKANER GESEHEN, BIS ICH EBEN ANGEFANGEN HABE ZU SPRECHEN [LACHT].“

MC Rene ist sowas wie Deutschlands Freestyleking. Gerade in seiner Jugend war der Master of the Ceremony immer ready und hatte gefühlt auf alles einen Reim parat. Er trat unglaublich oft auf und erkämpfte sich einen Ruf als Freestylewunderkind, der ihm noch bis heute vorauseilt. Knapp zwei Jahrzehnte später ist Rene el-Khazraje, wie er bürgerlich heißt, noch immer Freestyler und Rapper. Auf seinem neuen Album Khazraje hält er diesmal sogar einen ganz besonderen Vibe fest. 

Karriererückblick mit Afrob

„Eigentlich müsste ich einen Echo für mein Lebenswerk bekommen [grinst].“

Wir blicken gemeinsam mit Afrob auf seine 17-jährige Rapkarriere zurück indem wir zum Interview sämtliche Soloalben von ihm mitbrachten. Sechs verschiedene Langspieler, die jeweils ihre eigene Geschichte haben. Jeder einzelne von ihnen kam beim Publikum anders an und hat auch das Leben des Künstlers ein Stück weit beeinflusst. Fast kein anderer Rapper hat so viele Hits wie er veröffentlicht und mit Push ist ihm ein unmöglich geglaubtes Comeback gelungen. 

Interview mit Afrob

„Hey, ich konnte nicht einmal einen Überweisungsträger schreiben. Auf der anderen Seite gab es auch nicht viel zu überweisen [lacht].“

Afrob bringt mit Mutterschiff sein drittes Album im dritten Jahr in Folge raus. Sowas ist man eigentlich vom Stuttgarter - der noch nie die Kehrwoche praktizierte - gar nicht gewohnt, denn in der Vergangenheit mussten sich seine Fans manchmal vier bis fünf Jahre gedulden. Heute ist er hungriger und motivierter als je zuvor und hat sich auf Mutterschiff an einen neuen Stil gewagt. Dort ist ihm nämlich die Symbiose zwischen tiefen, schweren Sounds mit harmonischen Melodien geglückt. 

Interview mit Goldroger

„Ich liebe das Leben, aber es ist eben mein Leben und ich kann bestimmen, wann es zu Ende ist.“

Nach dem Debütalbum ist vor dem Debütalbum. So hätte man die Situation von Goldroger beschreiben können, der mit Avrakadavra quasi sein zweites Debütalbum veröffentlicht. Was es damit ganz genau auf sich hat, erklärt der Dortmunder Rapper bei unserem Interview in Berlin höchstpersönlich. Dabei sprechen wir ausführlich sowohl über die Entstehung des Langspielers als auch über die verschiedenen inhaltlichen Themen des Albums.

Interview mit Meezy

„Es geht dort viel mehr um Verständnis als um eine Entschuldigung.“

Meezy wurde in 1980ern geboren und hat - wie viele aus seiner Generation - Rap durch Hip-Hop kennengelernt. Also sprachen wir mit dem Frankfurter Rapper auch ein klein wenig über seine Anfänge als Rapper und schlagen dann aber doch noch die Brücke zur Gegenwart und unterhalten uns über sein neuestes Album Meilenstein. Insbesondere plaudern wir darüber, warum er sein Album so genannt hat.  

Interview mit Mrs. Nina Chartier

„Kapitalismus hat im Rap nichts zu suchen!“

In Duisburg sind Rapper ziemlich rar gesät. Der Ruhrpott selbst hat zwar eine unglaublich vitale Deutschrapszene zu bieten, doch Duisburg selber leider nicht. Das scheint sich nun langsam zu ändern, denn nach Majoe steht jetzt auch Mrs. Nina Chartier in den Startlöchern und veröffentlicht mit Trittschall ihr Debütalbum. In unserem Telefoninterview stellt sich Mrs. Nina Chartier sehr ausführlich vor und erzählt uns, wie das alles mit dem Rappen genau bei ihr anfing. 

Wer waren ihre musikalischen Jugendidole und hört sie sie immer noch? 

Interview mit Yansn

„Du bist dann sozial, wenn du dich um deine Mitmenschen kümmerst! Aber das fällt einem natürlich dann besonders schwer, wenn man fremdenfeindlich ist oder andere Lebensweisen nicht akzeptieren kann.“

Yansn trägt ihr Herz auf der Zunge, was man sowohl auf ihrem ersten Langspieler Gute Vibez als auch in unserem Interview merkt. 

Interview mit Marz

Mittendrin kamen auch noch die Bixtie Boys ins Spiel.“

Das Warten hat ein Ende! Denn endlich ist das langersehnte Debütalbum von Marz erhältlich. Hierbei ist ein Langspieler herausgekommen, der auf eine ganz eigene Art und Weise Rap mit Jazz vermischt. Die Arbeit von Kova (Produzent) und der Jazzband Bixtie Boys greift dermaßen gut ineinander, dass man allein durch das Hören gar nicht mehr erkennen kann, wer für was verantwortlich ist. 

Interview mit Kobito

„Die Spaltung unserer Gesellschaft erschreckt mich sehr und ich habe große Angst davor, wohin es uns führt.“

Kobito ist ein politischer Mensch und schreibt deswegen auch dementsprechende Songtexte. Denn, wie er uns auch im Interview sagen wird, ist ihm eben „nicht alles egal“. Aber da er kein Politiker sondern Rapper ist, wird er in den nächsten Wochen sein Album Für einen Moment perfekt veröffentlichen. Das besondere an diesem Album ist, mit was für einer Art und Weise dort Rap mit Pop vermischt wird.

Interview mit T9

„Es ist eben das erste Handy gewesen, das T9 hatte.“

Das Duo T9 sagt über sich selbst, dass sie kein easy listening sei und beschreibt sich damit haargenau. Statt Musik zu produzieren, die leise im Hintergrund laufen kann und dabei niemanden stört, fordern DoZ9 (Rapper) und Torky (Produzent) ihre Hörer. Dafür sorgt vor allem DoZ9, der ein wahrer Wortakrobat ist und auch auf ihrer neuesten Platte R.I.F.F. jeden Beat spielend bezwingt. 

Interview mit Sandzo

Sound trifft Ästhetik. Das ist genau das, was Sandzo ausmacht. Denn schon jetzt hat der 19-Jährige Rapper Videos in Paris oder auch Mailand gedreht. Quasi in den Modemetropolen Europas! In den Videos kann man wunderbar erkennen, dass er sowohl einen guten und eigenen Kleidungsstil hat, als auch eine hervorragende Raptechnik besitzt. Gepaart mit einem besonderen Empfinden für Instrumentals macht ihn das schon jetzt zu einem eindrucksvollem Künstler. Doch dabei hat seine Reise gerade erst begonnen. Deswegen haben wir ein außerordentliches Interview mit dem Rapper aus dem Wedding geführt und sprachen über seine Inspirationen, die Zahl 29 und sein ausgesprochen nices Merch.

Interview mit Bluestaeb

„Ich möchte eben nicht einfach nur irgendwelche Beattapes machen, sondern meinen eigenen Stil finden. Dabei hilft mir die Darbuka sehr.“

Bluestaeb hat sich bereits einen festen Platz in der deutschen Beatmakerszene erspielen können, die auch durch ihn eine immer größere Fanbase aufweist. Denn vor allem mit seinem letzten Album Rodalquilar konnte er einige Heads von sich überzeugen. Die LP hat nämlich viele entspannende Momente und überträgt den Boombap-Stil der 1990er auf eine sehr moderne Art und Weise in das hier und jetzt. Manche nennen es Neo-Boombap, andere wiederum Oldschool Future. Aber betitelt die Musik wie ihr wollt, am Ende ist es das, was man gerne sowohl alleine als auch in geselliger Runde hört. 

Interview mit DJ Eule & DJ s.R.

„Manchen Sammlern ist eine limitierte Auflage auch total wichtig, die wollen wir ja nicht betrügen.“

Im Jahr 2016, wo man seine Musik oftmals nur noch auf Spotify, iTunes oder bestenfalls noch als CD veröffentlicht, ist das Werk von DJ Eule und DJ s.R. eine willkommene Abwechslung und macht gleichzeitig extrem neugierig. Denn die beiden DJ’s zerstückeln den Langspieler quasi auf vier kleine Vinylplatten und verteilen die Veröffentlichung davon auf ein ganzes Jahr. 

Interview mit Waldo the Funk

„Da ich auch diesem Traum nacheifer, macht mich das in gewisser Weise selbst zu einem Paradiesvogel, der versucht, sich selbst zu verwirklichen.“

Mit seinem Album Domingo Vogel konnte Waldo the Funk einen Platz im Herzen vieler Hip-Hop-Heads gewinnen. Denn das ausgesprochen moderne Boombap-Album überzeugt sowohl durch gekonnten Rap als auch mit einmaligen und fantastischen Beats. Mit Brenk Sinatra, Dexter und Enaka versorgen den Wahlkarlsruher ausgesprochen talentierte Produzenten, mit denen Waldo hervorragend harmoniert und auf diese Weise ein Album abgeliefert hat, das in der Szene zu einem echten Geheimtipp geworden ist. 

Interview mit CE$

„Letztendlich hat sich alles immer ergeben und geschah eher zufällig, als dass ich es erzwungen habe.“

Könnt ihr euch an die modisch gekleideten Deutschrapper aus den 1990ern erinnern? Ich auch nicht! Das liegt vermutlich daran, dass Rapper hierzulande nicht unbedingt für ihre ausgeprägte Stilsicherheit bekannt waren. Weder in den 1990ern noch in den 2000ern. Natürlich gab es ein paar Ausnahmen, doch der überwiegende Teil der Rapper konnte mit seiner Streetwear nicht überzeugen. Doch ein paar wenige Künstler...

City-Trip mit MC Bruddaal

„Ich habe es mal für eine gute Idee gehalten, an Silvester genau hier das Feuerwerk zu genießen.“

MC Bruddaal ist die Verkörperung des Schwabenswags. Brezeln, Mercedes, Wasen und Schaffen: Keine andere Kunstfigur lebt den schwäbischen Livestyle so exzessiv wie er. Darum haben wir uns mit dem Stuttgarter getroffen, damit er uns ein paar seiner favorisierten Plätzle der Landeshauptstadt zeigt. Dabei mussten wir feststellen: MC Bruddaal ist ein großer Panoramaliebhaber. Er scheint den Rundblick an den verschiedensten Stellen über die Landschaft zu genießen. Dementsprechend chillig war die gemeinsame Reise durch Stuttgart. Frei nach dem Motto: No ned hudla. 

Interview mit Kex Kuhl

„Denn ich war schon immer ganz gut darin, Menschen zu beleidigen. Auch außerhalb vom Hip-Hop.“

Grundsätzlich ist Rap immer ein Hybrid, der aus Sprechgesang und einer weiteren Musikrichtung besteht. Beim Rapper Kex Kuhl sieht das Ganze aber irgendwie anders aus, denn er selbst ist der Hybrid. Er fühlt sich sowohl im Rock als auch im Rap wohl und lieh seine Stimme bereits einem Crossover-Projekt. Obwohl sein aktuellster Release 5 und 30 eine ganz klare Hip-Hop-EP ist, schimmert hier und da der Rock etwas durch. Beim Interview in der Stuttgarter Innenstadt sprachen wir deswegen über seinen musikalischen Horizont, seine schier unzähligen Battleturnieren und unterhielten uns über die unendliche Frage: Samples oder eingespielte Instrumente?

Interview mit Tice

„Wenn irgendjemand kackt, hat das mit Kunst nichts zu tun“

Was versteht ihr unter ehrlichem Rap? Wenn Künstler bereit sind, über ihre tiefsten psychischen Wirrungen zu sprechen? Wenn sie das Gefühl unbeschreiblicher Leere versuchen in Worte zu fassen? Darüber rappen, das Leben ernsthaft aufzugeben? Genau das tat Tice, die 31-Jährige Rapperin aus Düsseldorf auf ihren letzten zwei EP’s. „Realität oder Wahnsinn?

Interview mit Jaysus

„Das wird auch unseren Sampler vom Rest unterscheiden, denn wir werden dort als Gruppe auftreten.“

Schon bald wird Jaysus mit seiner „Macht Rap“ Crew einen Labelsampler veröffentlichen. Wir trafen Jaysus während der Produktionsphase in seinem Büro, um über das Projekt zu sprechen. Denn er hat nicht weniger vor, als ein Album mit seinen Jungs zu kreieren, das eine „Bereicherung für [das] Leben [der Hörer sein] wird“. Doch das sollte nicht das einzige Thema des Interviews werden. 

Interview mit Rapsta

„Meine Texte schreibe ich erst gegen drei oder vier Uhr, nur so kann ich meine deepen und lyrisch wertvollen Textpassagen auf Papier bringen. Ah!“

Die Arroganz in Rapstas Songs kommt nicht von ungefähr. Kurz vor Beginn des Interviews sagte er mir, dass er nur mal kurz sein Gras besorgen muss und in ein paar Minuten wieder zurück sei. Die tatsächliche Wartezeit war leider um einiges länger. Doch als er dann irgendwann erschien, konnten wir endlich loslegen. Das Interview nahm ich nämlich zum Anlass, um mit ihm auch über sein Debütalbum Ah! zu resümieren. Schließlich erntete das Album in Journalistenkreisen viel Kritik. Doch dabei will der bescheidene Stuttgarter nur eins: Zeigen, dass er ein außergewöhnlich guter Rapper ist. Genau dieses Ziel wird er auf dem „Macht Rap“ Sampler weiterhin verfolgen.

Interview mit JollyJay und HtoO

Über Ear-Sight, Beats on Road und DLTLLY

JollyJay und HtoO von Don’t let the label label you haben mit Ear-Sight ihr eigenes, neues Label gegründet. Passend dazu gehen sie auf YouTube mit ihrem neuen Format Beats on Road online, das die Hip-Hop-Produzenten auf die Straße bringt. In der ersten Staffel spielen Beatmaker wie Figub Brazlevič, Clockwerk oder Digitalluc in der Berliner U-Bahn-Linie U1 ein Live-Set. Dazu gibt es auch noch ein paar besondere Überraschungen wie den Gastbeitrag von Chefket. Die zweite Staffel von Beats on Road ist bereits in Planung und wir dürfen gespannt sein, was sich JollyJay und HtoO dafür ausgedacht haben. 

Interview mit Boysindahood

„Nur dass es bei El Chapo die Realität ist, kein Hollywood.“

Boysindahood ist eine Berliner Crew, die aus den Rappern Goodg und Dieng besteht. Im letzten Jahr sind sie auf beeindruckende Art und Weise auf dem Label „Macht Rap“ gelandet.

Interview mit TOON

„Inhaltlich werde ich mich von den Frauen etwas entfernen und mehr über die Straße erzählen.“

TOON kann singen, rappen und produzieren. Er ist ein wahres Musiktalent und setzt seine Stimme stets gefühlvoll ein, sodass er beim Hörer tiefe Emotionen hervorrufen kann. Doch das ist nicht alles, was er zu bieten hat. Denn obendrein zeigt er sich als ein ausgesprochen guter Lyriker, der weiß, wie man mit Sprache umgeht. 

Auf seinem letzten Release KNGHRZ waren Frauen das Thema schlechthin, was aber nicht immer so bleiben wird. Denn in unserem Interview kündigte Toon an: „Inhaltlich werde ich mich von den Frauen etwas entfernen und mehr über die Straße erzählen.“ Im „Macht Rap“ Büro sprachen wir folglich auch darüber, wie es zu dieser Veränderung kam.

Interview mit Davud

„Ich möchte in einer Gruppe vertreten sein, die musikalisch stark ist und menschlich zusammenpasst.“

Dürfen wir vorstellen: Davud, das neue Signing bei „Macht Rap“. Obwohl seit über einem halben Jahr klar ist, dass genau dieser junge Rapper einen Vertrag bei Jaysus Label bekommen wird, lässt man erst jetzt die Katze offiziell aus dem Sack. Davud wird schon gleich beim Labelsampler mit von der Partie sein und sich dort einer großen Hörerschaft vorstellen. 

Interview mit Mosenu & Kell

„Bis jetzt hat es nichts zu beanstanden gegeben.“

Der neue „Macht Rap“ Labelsampler steht vor der Tür, weswegen wir uns mit dem erweiterten Kreis der Gang getroffen haben. Doch was bedeutet es konkret, zum „erweiterten Kreis“ dazuzugehören? Das haben wir Kell, jahrelanger Backuprapper von Jaysus, und Mosenu, der die Gang bereits eine lange Zeit kennt, im Interview gefragt. Die beiden Jungs werden auf dem Sampler vertreten sein, obwohl sie nie einen Vertrag bei „Macht Rap“ unterschrieben haben. Wie haben sie es dennoch auf den Langspieler geschafft? Was schätzt Jaysus an diesen beiden talentierten Rappern und warum hat er sie dennoch nicht gesignt? Diesen und vielen weiteren Fragen sind wir im Interview nachgegangen, als wir uns im „Macht Rap“ Büro getroffen haben.

Interview mit Suff Daddy

„Das lief wie bei all den Entscheidungen ab, die ich dazu getroffen habe: Ganz ohne Konzept.“

Suff Daddy gehört hierzulande zu den wichtigsten und prägendsten Producer der instrumentalen Hip-Hop-Szene. Schon sehr früh in seiner musikalischen Karriere hat er seine Liebe für reine Hip-Hop-Beats entdeckt, die keinen Rap mehr benötigen. Zwar wird sein Musikstil gerne mal als Electronica oder Neo-soul bezeichnet, doch am Ende bleibt es Hip-Hop. Denn er führt die alte Tradition fort und setzt beim Produzieren von Musik auf Samples, Drums und Synthies.

Interview mit Sam Sillah & Steve Jackson

„Gerade, weil wir so gut harmonieren, möchten wir auch nur das Krasseste veröffentlichen.“

Sam Sillah und Steve Jackson haben in den vergangenen Tagen ihre erste gemeinsame EP veröffentlicht. Die dazugehörigen Videosingles haben die verschiedensten Medien - von 16bars bis hin zu Rapupdate - gepusht. Dafür haben sie keine reißerischen Promomoves gebraucht, sondern lediglich ihre Musik für sich sprechen lassen. 

Interview mit Team Avantgarde

„Die Armen haben nichts bei den Besserverdienenden zu suchen, weil sie nicht in das Bild passen.“

Die Rapcrew Team Avantgarde ist wieder zurück. Da sie eine sechsjährige musikalische Schaffenspause hinter sich haben, wissen wahrscheinlich viele unserer jüngeren Leser nicht mehr, wer sie überhaupt sind. Deswegen lasst sie mich kurz vorstellen: Da haben wir sowohl DJ s.R. als auch Zenit an den Beats und Phase am Mic. Mit Letzterem habe ich mich in Berlin für das Interview getroffen, um mit ihm über das neue Album Erwartungen zu sprechen, bei dem sie es auch geschafft haben, ihrem Crew-Namen alle Ehre zu machen. Denn der Longplayer ist tatsächlich sehr avantgardistisch geworden. Erwartungen vereint Spoken-Word, Rap, Selbstreflektion, Ehrlichkeit und Gesellschaftskritik, wie sie in Deutschland nur selten zu hören ist.

Interview mit LIA über Flash

„Wenn es passt und gut klingt, dann machen wir es. Ganz einfach.“

Lia ist wohl eine der umstrittensten Frauen im Deutschrap. Entweder feiert man sie für ihren ausgeprägten Narzissmus oder man hasst sie. Es gibt bei ihr nichts dazwischen. Dies zeigt ihre neuste Videosingle Pusher perfekt, denn die Kommentarfunktion auf YouTube läuft bei der immer gleichen Frage heiß, ob eine Frau sowas darf. Die Geister scheiden sich, wenn Lia Zeilen spuckt wie: „Er denkt an Titten, aber f***t nur seine Hand.“ Da sie diese Reaktion bei Hip-Hop-Heads ständig auslöst, sprachen wir in unserem Interview naturgemäß über die unliebsamen Kommentare. Doch das war nicht das einzige Thema bei unserem Treffen in einem Schnellrestaurant. Anlässlich ihrer neuen EP Flash diskutierten wir nämlich darüber, wie es ist, eine EP ohne Label zu veröffentlichen.

Interview mit Galv

„Man braucht Eier, um seiner Kunst keinen tieferen Sinn zu geben.“

Galv kickt zusammen mit seinem Produzenten Pierre Sonality das Album of the 3 Moonz raus. Damit bringen die beiden aber nicht nur sich sondern auch den Funk wieder ins Spiel. 

Interview mit Neonschwarz

„Wenn man zurückschaut, machen wir Rap so, wie es damals angefangen hat.“

Die Rapcrew Neonschwarz gehört zu den politisch bewanderten in unserem Land, die sich auch fragen, wie es wohl weitergeht. Denn während Rassismus wieder salonfähig geworden ist, und zwar nicht nur in Deutschland sondern weltweit, fragen sie auf ihrem neuen Album grimmig: „Wer stand bereit, als der Mob getobt hat?“ - eine Anlehnung an die vielen brennenden Flüchtlingsheime.

Interview mit Konvoy

„Wir führen da eine echt krasse Beziehung. Wenn man das mit einer Partnerschaft vergleicht, stellt man viele Ähnlichkeiten fest.“

Die Art und Weise wie die Konvoy mit ihrer Musik umgeht, erinnert stark an die alten, unvergessenen Jam-Zeiten des Hip-Hops. Die drei Jungs aus und um Stuttgart haben schon vor ihrem Debütalbum mehrere Festivals gespielt und waren schon Vorgruppe für den ein oder anderen Rapper. Das heißt, dass Joe, Lazlo und Moritz schon vor ihrem ersten Langspieler viel Bühnenerfahrung sammeln konnten und sie in die Produktion von Alles mitnehmen einfließen lassen konnten. 

Interview mit Jumpa

„Deswegen habe ich lieber mit den Jungs zusammengearbeitet, mit denen ich schon in der Vergangenheit Tracks gemacht habe und die in den Sound passen.“

Jumpa ist wohl das vielversprechendste Produzententalent, das Deutschland zu bieten hat. Er ist gerade mal 20 Jahre jung und produziert an den neuen Alben von „Goldrappern“ wie Farid Bang oder Nazar mit. Gleichzeitig arbeitet er mit verschiedenen Untergrundmusikern wie Takt32, Remoe oder Chima Ede an einer neuen Soundästhetik, die eine neue musikalische Ära einläuten könnte. 

Interview mit 40 CRWNS

„Ich würde niemals eine Frau umbringen, aber manchmal hat man sowas im Kopf.“

Jung, hungrig, aber trotzdem glücklich: So sieht das Leben des gerade mal zwan­zig­jäh­rigen Stuttgarter Rappers aus. 40 CRWNS verbreitet positive Vibes nicht nur mit seinen Songs, sondern teilt  sie auch durch Fotos und Videos auf den sozialen Netzwerken. Er gehört zu der Sorte Mensch, die das Leben scheinbar in vollen Zügen genießen. Gerade sein aktuellstes Werk Amour Discotheque widmet sich hauptsächlich den positiven Gefühlen. Wir trafen uns deswegen mit dem Lebemann 40 CRWNS auf ein persönliches Interview in seiner Heimatstadt, um ihn näher kennenzulernen und zu erfahren, wie er an seinen Songs arbeitet, was er vom „Keep-it-real“-Gedanken im Rap hält und was sein Problem mit Lehrern ist.

Interview mit BEKS

„Twitter nutze ich ab und zu gerne, um mich über irgendwelche YouTuber lustig zu machen.“

2008 veröffentliche Beks sein Debütalbum Pop|Rap, in dem die beiden Genres Pop und Rap eine Symbiose eingehen. Die Beats auf diesem Album waren deutlich harmonischer als es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt üblich war, weswegen die Bezeichnung Pop|Rap äußerst zutreffend ist. Genau diesen Sound entwickelte er auf dem Nachfolger Weinender Clown konsequent weiter und findet auf seinem letzten Album Nichts den bisherigen Höhepunkt. Auf jedem einzelnen dieser Langspieler spürt man Beks Liebe für Harmonien. Nach Nichts ist es jedoch äußerst still um ihn geworden. So still, dass wir uns fragten, ob er denn überhaupt noch Musik macht. 

Interview mit Lia

Lia stellt uns ihre fünf Lieblingsclips vor 

Lia ist eine bühnenerprobte Untergrundrapperin aus Stuttgart, die dafür sorgt, dass dein Subwoofer mächtig was zu tun hat. Ihre Basslines können dein Auto zum Scheppern oder deine Nachbarn zur Weißglut bringen. Passend zu diesen tiefen, harten Tönen, spuckt sie ihre Texte auch gerne mal großspurig und arrogant, sodass dem Hörer schnell auffällt, dass Bescheidenheit nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. 

Interview mit Takt32 über die AfD

„Man kritisiert den Führer oder den Chef nicht zu stark, sondern bekämpft sich lieber innerhalb der Arbeiterklasse, statt zu schauen, wo das Problem tatsächlich herrührt.“

 

Am 13. März wird in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Diese drei Bundesländer haben eine große Gemeinsamkeit, auf die sie wohl hoffentlich nicht stolz sind: Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge in alle drei Landtage einziehen. Laut manchen Prognosen wird sie in Baden-Württemberg womöglich fast so stark wie die SPD sein. Diese große Anzahl von Befürwortern der AfD stimmt nachdenklich, weswegen ich das Gespräch mit Takt32 gesucht habe. Er ist ein Rapper aus der Unterschicht, der sowohl ein Studium in Politik als auch in Philosophie abgeschlossen hat und sich deswegen besonders für ein Interview über die AfD eignet. Dass diese Partei sowohl rechtspopulistisch als auch faschistisch ist, liegt auf der Hand. 

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