TTIP-Interview mit Ayse Boran

„Ich sehe eher die Gefahr, dass sich der Verbraucherschutz verschlechtern wird.“

Was war denn da am 23.04.16 in Hannover los? 90.000 Menschen sind auf die Straße gegangen, aber nicht, um Barack Obama willkommen zu heißen, sondern um gegen TTIP zu protestieren. Doch was ist TTIP eigentlich? Kaum einer weiß wirklich inhaltlich darüber bescheid, geschweige denn, wie man es aussprechen soll. Darum habe ich mich mit Ayse Boran auf ein Interview im Heilbronner Gewerkschaftshaus getroffen.

Interview mit BEKS

„Twitter nutze ich ab und zu gerne, um mich über irgendwelche YouTuber lustig zu machen.“

2008 veröffentliche Beks sein Debütalbum Pop|Rap, in dem die beiden Genres Pop und Rap eine Symbiose eingehen. Die Beats auf diesem Album waren deutlich harmonischer als es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt üblich war, weswegen die Bezeichnung Pop|Rap äußerst zutreffend ist. Genau diesen Sound entwickelte er auf dem Nachfolger Weinender Clown konsequent weiter und findet auf seinem letzten Album Nichts den bisherigen Höhepunkt. Auf jedem einzelnen dieser Langspieler spürt man Beks Liebe für Harmonien. Nach Nichts ist es jedoch äußerst still um ihn geworden. So still, dass wir uns fragten, ob er denn überhaupt noch Musik macht. 

Machen Kleider Leute?

Jeden Schilling wert! (Kolumne)

Ist es eigentlich möglich, anhand des Kleidungsstils den Musikgeschmack eines Menschen abzulesen? Zumindest beim Rap kann man deutlich Nein sagen. Spätestens seitdem auch namenhafte Rapper mit Vorliebe körperbetonte Kleidung tragen und den typischen Oversize-Klamotten abgeschworen haben. Ich behaupte jedoch, dass man die Einstellung sehr wohl an den Klamotten und ihrer Musik ablesen kann. Daher habe ich euch ein paar Rapper rausgesucht, deren Styles Rückschlüsse auf ihr Inneres offenbaren.

Interview mit Jenny Marsala

„Was ich echt geil finde, an meiner bisherigen musikalischen Laufbahn, ist, dass ich alle Stilrichtungen mal durchprobiert habe.“

Jenny Marsala ist zwar aktuell noch im deutschen Untergrund unterwegs, doch sie kennt schon die großen Bühnen Europas und landete mit dem Projekt Novaspace im Osten unseres Kontinents die großen Hits. Sie tourte mehrere Jahre durch Osteuropa und füllte dabei Halle um Halle, bis das Kapitel Novaspace beendet worden ist. Die Musiker gingen getrennte Wege und Jenny, Sängerin und Frontfrau des Projekts, begann ihr Musikstudium an der Hochschule in Stuttgart. 

Interview mit Lia

Lia stellt uns ihre fünf Lieblingsclips vor 

Lia ist eine bühnenerprobte Untergrundrapperin aus Stuttgart, die dafür sorgt, dass dein Subwoofer mächtig was zu tun hat. Ihre Basslines können dein Auto zum Scheppern oder deine Nachbarn zur Weißglut bringen. Passend zu diesen tiefen, harten Tönen, spuckt sie ihre Texte auch gerne mal großspurig und arrogant, sodass dem Hörer schnell auffällt, dass Bescheidenheit nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. 

Endlich mehr Frauen im Deutschrap

Jeden Schilling wert! (Kolumne)

Obwohl sie nur von wenigen Hörern beachtet werden, gibt es sie: Deutsche Female MCs, die eine große Portion Skills und ebenso viel Verständnis für Kunst mitbringen. Daher fällt es ihnen nicht schwer, mit ihren männlichen Kollegen mitzuhalten. Da sie auch aus einer anderen Perspektive rappen, und zwar mit den Augen einer Frau, stellen sie eine wahre Bereicherung für den Hip Hop dar. Darum präsentiere ich euch in dieser Kolumne ein paar Damen, die zwar nicht viele Rapfans kennen, doch die man unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

Interview mit Takt32 über die AfD

„Man kritisiert den Führer oder den Chef nicht zu stark, sondern bekämpft sich lieber innerhalb der Arbeiterklasse, statt zu schauen, wo das Problem tatsächlich herrührt.“

 

Am 13. März wird in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Diese drei Bundesländer haben eine große Gemeinsamkeit, auf die sie wohl hoffentlich nicht stolz sind: Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge in alle drei Landtage einziehen. Laut manchen Prognosen wird sie in Baden-Württemberg womöglich fast so stark wie die SPD sein. Diese große Anzahl von Befürwortern der AfD stimmt nachdenklich, weswegen ich das Gespräch mit Takt32 gesucht habe. Er ist ein Rapper aus der Unterschicht, der sowohl ein Studium in Politik als auch in Philosophie abgeschlossen hat und sich deswegen besonders für ein Interview über die AfD eignet. Dass diese Partei sowohl rechtspopulistisch als auch faschistisch ist, liegt auf der Hand. 

Mode-Interview mit Rin

„Deren Style ist Geld, mehr nicht.“

Rin hat eine große Affinität für Mode, insbesondere für Streetwear und setzt sich daher leidenschaftlich damit auseinander. Gerade in seinem Splitvideo zu Ljubav/Beichtstuhl hat er das stilsicher zur Show gestellt, weswegen wir auch ein Mode-Interview mit ihm führten. 

Interview mit Tristan Brusch

„Im Prinzip singe ich darüber, dass wir oft nicht glauben können, dass wir so wie wir sind, geliebt werden können.“

Tristan Brusch ist schon fast sein Leben lang Sänger und Songschreiber, der gleich nach dem Abitur mit seinem Album My Ivory Mind durch Europa tourte. Von da an hat er sein Leben der Musik gewidmet und so gut wie nie in einem Nine to Five Job gearbeitet. Er hat sich nie um eine Ausbildung oder ein Studium gekümmert, sondern voll und ganz auf die Musik konzentriert. 

Vergiss die Realness

Jeden Schilling wert! (Kolumne)

Dieser Teil von „Jeden Schilling wert!“ befasst sich tatsächlich mit den Vorzügen der fehlenden Realness. Denn beim genaueren betrachten hat es sie nie in diesem Maße gegeben, wie sie propagiert worden ist. Schon die ersten aller Rapcrews, stellte sich als eine Castingband heraus, während große und wichtige Hip-Hopper ihren Namen verkauft haben. Obendrein verfügen auch viele Hörer gar nicht über die Möglichkeit, um ein Fake-Image zu durchschauen. Wer verbringt schon seine Freizeit mit den Künstlern? Aus dem Keep-it-real-Gedanken wurde schon sehr früh eine Neiddebatte zwischen Untergrund und Mainstream, die am Ende niemandem so recht geholfen hat und trotzdem immer noch ausgetragen wird.

Interview mit Rin

„In Deutschland referieren sie Young Lean oder Lil B [für Cloud-Rap], was kompletter Mist ist.“

Es war der 3. Juli 2015, der Rins Leben ein für alle Mal veränderte. Zu diesem Zeitpunkt rappte er noch im tiefsten Untergrund Bietigheim-Bissingens, in dem er heute noch aktiv ist. Am besagten Tag veröffentlichte er das Splitvideo Ljubav/Beichtstuhl, das heute etwas über 10.000 Klicks aufweist, doch in der Rapszene trotzdem großen Anklang fand. Plötzlich hatten ihn die Szene-Größen auf dem Schirm wie Casper, Falk Schacht, Live From Earth, LGoony oder Young Hurn, die den Track teilten oder kommentierten. Keine zwei Stunden nach der Veröffentlichung hatte Rin schon einen Top-Produzenten am Start, der mit ihm zusammenarbeiten wollte. Doch erst einmal zurück zum Anfang: Started from the Bottom. 

Interview mit EstA

„Ich war innerlich sehr unzufrieden und Alkohol hat das nur noch weiter gepusht.“

Esta kennt innerhalb der Rapszene wohl ziemlich jeder, ob nun durch das VBT, Baba Saads Label Halunkenbande oder durch den Diss auf dem Hit Choices von Money BoyGenau mit diesem Esta sprachen wir anlässlich seines neuen Albums BestA sowohl über den angekündigten Longplayer als auch über den Gegenwind, den er fast so lange spürt, wie er rappt. 

Interview mit Caz

„Ich bin nunmal ein introvertierter Mensch, dem die große Aufmerksamkeit nicht so wichtig ist.“

Caz neues Mixtape 92 / 8 ist ein weiteres Kapitel seines musikalischen Werdegangs, das eine ganz neue Facette zum Vorschein gebracht hat. Während sich Ohne Künstliche Zusätze noch an eine traditionelle Rapformel hielt, die auf Karmasutra nur weiter ausgeführt wurde, steht 92 / 8 für sich. Auf keinem anderen Tape hat er so viel experimentiert wie hier und das Ergebnis lässt sich hören. 

Interview mit B-Tight

„Die BPJM [hat] gecheckt, dass meine Songs nicht so ernst gemeint sind.“

B-Tight kann auf eine lange und bewegte Karriere als Rapper zurückblicken. Von einem Leben, in dem er nicht mal das Geld hatte, um im Winter heizen zu können, hin zu den Erfolgen mit Aggro Berlin. Doch als das Label seine Pforten schloss, wurde es lange Zeit still um B-Tight. Aber im Jahr 2015 gelang ihm sein erfolgreiches Comeback mit Retro, das er mit Born 2 B-Tight bestätigte. Er ist nicht nur zurück, sondern wieder ein fester Teil unserer Rapszene. 

Interview mit Jahmica

„Trap - wie auch Boombap - [ist] keine zeitgemäße Musik.“

Allein die Tatsache, dass sich ein weißer, deutscher Rapper Jahmica nennt, strahlt schon Provokation aus. Schließlich ist das eine direkte Anlehnung an Jamaica, ein Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung schwarz ist. Es geht ihm wohl tatsächlich mehr um den Reiz, den er mit seinem Namen auslöst, als zu verdeutlichen, wie sehr ihn die karibische Kultur beeinflusst hat, denn das hat sie nur minimal. 

Mundart-Rap

Jeden Schilling wert! (Kolumne)

Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Das fällt einem bei einer Reise durch deutschsprachige Regionen schnell auf. Schließlich wird in Köln anders gesprochen als in München, da es unzählige Dialekte gibt. Allerdings waren diese noch vor ein paar Jahren im Rap eine Seltenheit und wenig akzeptiert. Doch genau das ändert sich dieser Tage. Bestes Beispiel ist der Mundart-Rap aus Österreich, der im Moment so angesagt ist wie nie zuvor. Auch die Straßenrapper kommunizieren in ihrem eigenen Straßenslang. Es folg eine Ode an die Sprachvielfalt.

Interview mit 3Plusss (Teil 2 von 2)

„Ich bin extra nicht mitgefahren, weil ich auf den Anruf von Fler gewartet habe.“

Im ersten Teil unseres Interviews ging es fast ausschließlich um Deutschrapinterviews und wenig um die Musik. Das haben wir im zweiten Teil unseres Skypeinterviews nachgeholt, da seine neue EP Auf der Stelle schon genug Gesprächsstoff liefert. Doch dabei blieb es nicht. Wir kamen nicht umhin nochmal über Fler und einen möglichen Streit zu sprechen. Außerdem ging es auch um Battleturniere. Da 3Plusss bereits vor vier Jahren bei einem Videbattleturnier für Furore sorgen konnte, wollte ich wissen, ob er nicht auch mal an Livebattles teilnehmen möchte. Doch zuerst sprachen wir über seinen äußerst gelungenen Facebook-Scherz!

Interview mit 3Plusss (Teil 1 von 2)

„Wie soll ich das Album kaufen, wenn du nicht einmal Interviews gibst?“

Ist 3Plusss ein Battlerapper? Ein Satirerapper? Oder vielleicht doch ein Emo-Rapper? Man könnte sich damit schwer tun, ihn in eine Schublade zu stecken oder auch ganz leicht, indem man ihn einfach in alle steckt. Als Künstler schafft er es sowohl über Gefühle zu sprechen als auch über sein riesiges Ego. Obendrein hat er auch ein sicheres Gespür für die Rapszene, das ihn so faszinierend macht. 

Interview mit Nynjoe

„[Hip-Hop] ist zu einer sehr kapitalistische Szene geworden, obwohl die ursprünglichen Werte Community, Respekt, Liebe und Kunst waren.“

Vor etwa sechs Jahren erlebte Nynjoe mit seiner Crew Rohdiamant, die aus ihm und Grantill bestand, einen kleinen Hype, indem sie von der hiesigen Rap- bzw. Musikszene als das nächste, mögliche große Ding gehandelt wurden. Obwohl es auch Kritik gab, waren sie in aller Munde. Zeitgleich war es auch der Moment, in dem sich Rohdiamant auflöste. 

Interview mit Caz

Jahresrückblick zum Jahr 2015

Im vergangenen Jahr trafen wir uns mit Caz bereits zu zwei Interviews, wodurch es nur folgerichtig ist, mit ihm einen Jahresrückblick zu starten. Wir trafen uns mit ihm in seinem Studio, um uns zwölf Videos aus dem letzten Jahr anzuschauen, während er diese frei Schnauze kommentierte. Gemeinsam hörten wir uns die Songs von talentierten und aufstrebenden Rappern aus dem Untergrund an, die Caz aber nicht alle gut fand.

Interview mit Wordsflysch

„Wir haben nicht die Intention, damit etwas krasses zu erreichen.“

Wordsflysch sind mit ihrem Mob zurück! Schon vor zwei Jahren zeigten sie ihr erstes Lebenszeichen im Internet und veröffentlichten ein Video, in dem sie mit einem alten Ford Fiesta der dritten Generation posierten - inklusive Hello Kitty Aufkleber und einem Mann mit Kleid. Merkwürdigerweise kam danach aber nichts mehr von den vier Rappern (Zone, Mundraub, Dekzter und Dissythekid) aus Erfurt. Warum sie so lange Zeit nichts nachlegten, erklärt Mundraub im Interview: „ Wir haben nicht die Intention, damit etwas Krasses zu erreichen.“ Bei ihnen scheint der Spaß an erster Stelle zu stehen und das hört man ihrer Debüt-EP Provinzrüpel an. In den sieben Songs ist so viel Witz enthalten, dass es für Ernsthaftigkeit keinen Platz mehr gibt. 

Interview mit Juse Ju (Teil 2 von 2)

„Der Zeitgeist ist eine Bitch, die du nicht einfach f***en kannst.“

Was Untergrund bedeutet, erklärte Juse Ju bereits im gleichnamigen Song auf seinem Album Angst und Amor. Doch in diesem Interview intensivieren wir das Thema Untergrund - abseits von Rhymes und Punchlines. Schließlich ist Juse Ju schon so etwas wie der Inbegriff von Untergrund: Er ist Vollzeit berufstätig und macht seine Musik nach Feierabend. Wenn er über sein Dasein als Untergrundrapper spricht, sind es Erfahrungen aus seinem Leben. 

Interview mit Juse Ju (Teil 1 von 2)

„Ich bin ein hasserfüllter Mensch, der Rache sucht.“

Juse Jus Gesicht wäre im Azzlack-Duden wohl unter Weltenbummler zu finden, da er in Baden-Württemberg, Bayern, Tokio, Texas und Berlin lebte bzw. lebt. Wir fragten, wo der Globetrotter seine ersten Songs aufgenommen hat? Wie es zur Crew Massig Jiggs kam und ausgerechnet diesem Namen? Das sind alles Fragen, denen wir während des Interviews nachgegangen sind. Natürlich sprachen wir auch über Juse Jus aktuelles Album: German Angst. 

Interview mit MARZ (Teil 2 von 2)

Das große Fußballinterview mit MARZ:  „Jeder muss für eine WM im eigenen Land bezahlen. […] Ob es nun legal oder illegal ist, spielt dabei keine Rolle.“ 

MARZ hat schon von Anfang an, seine Liebe zum Fußball gezeigt. Auf seinem Mixtape Hoes. Flows. Tomatoes. befindet sich der Song Samstag halb vier, auf dem es um Fußball als Kultur geht. In diesem Video spielt er einen Vereinsaktionär im Amateurfußball, der sich um alles kümmern muss. Von der Rasenpflege bis hin zur Kasse. Fußball ist für MARZ mehr eine Leidenschaft statt reines Entertainment. Oder wie er selbst sagt: „Einer der vier großen Lieben meines Lebens.“

Interview mit MARZ (Teil 1 von 2)

Im ersten Teil geht es um seine Musikhistorie, Sickless und sein kommendes Album I love 2 hate.

MARZ ist einen sehr geraden und kontinuierlichen Weg gegangen. Er tourte mit seiner Crew (Black n Proud) aus Jugendtagen durch Deutschland und spielte dabei viele kleine Gigs. Von Stuttgart bis in den Ruhrpott, einfach weil es ihm Spaß gemacht hat. Nach einer kleinen Pause ging es wieder weiter. Schon nach dem ersten Solomixtape wurden seine Zuschauerzahlen größer und wachsen seitdem kontinuierlich.

Im März 2016 erscheint sein langersehntes Album I love 2 hate. 

Interview mit Keno

„Es wird nicht lange gutgehen, wenn wir den einen Menschen die größtmöglichste Freiheit gewähren, während in anderen Teilen der Welt Männer und Frauen aufgrund ihrer Religion hingerichtet werden.“

Keno rappt schon weit mehr als eine Dekade lang. Alles nahm seinen Anfang in München, wo er mit Fatoni und Bustla die Rap-Crew Creme Fresh gründete. Nachdem sich die Truppe aufgelöst hatte, kam es zu einem nahtlosen Übergang in eine völlig neue und ungewöhnliche Rapformation: Moop Mama. Zwei Alben später veröffentlicht Keno sein erstes Soloalbum Paradajz Lost, das er mit Flying Pussyfoot zusammen produziert hat. 

1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil drei

„Was mir oft auffällt, ist dass viele Deutsche Angst davor haben, etwas falsches gegenüber uns Türken zu sagen.“

Der dritte Teil beendet die Interviewreihe mit den Deutsch-Türken Melih Torcuk und Burak Ötztürk. Lässt man die vorherigen beiden Teile Revue passieren, kann man schlussfolgern, dass die Akzeptanz von Türken bzw. Deutsch-Türken hierzulande steigt. Jede Generation hat es in Deutschland ein wenig besser und bekommt mehr Chancen als die vorherige. Vielleicht kommen wir in einhundert Jahren an den Punkt, an dem Deutsch-Türken genauso akzeptiert sind wie Deutsche selbst.

1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil zwei

„Wenn sich ein Türke schlecht benimmt, sind  gleich alle Türken daran schuld.“

Der erste Teil unseres Interviews mit Melih und Burak war sehr aufschlussreich, denn in ihren Aussagen steckte viel Wahrheit: „Die Türken haben dabei geholfen, Deutschland voranzubringen.“ Um im Hip-Hop Slang zu bleiben: Sie haben ihre Dues gepayed. Die Gastarbeiter kamen oftmals nur mit einem kleinen Koffer nach Deutschland.

Kein Rap! - 1 Interview mit 2 Deutsch-Türken: Teil eins

„Kein Mensch wird rassistisch geboren.“

Über die Diskrimierung von Türken wird hierzulande nur wenig gesprochen. Zwar ist der Missstand zu einem Tabu geworden, aber genau deswegen möchten wir darüber sprechen. Manch ein Deutscher bekommt diverse Benachteiligungen gar nicht mit, denn oftmals sind Deutsche mit Deutschen befreundet und Türken mit Türken.

Interview mit Chefket

„Das ist struktureller Rassismus. Das bekommt man als Weißer aus der Mehrheitsgesellschaft nicht mit“

Chefket bezeichnet sich selbst als den glücklichsten Rapper der Welt und hat diesem Thema einen ganzen Song gewidmet. In den letzten Jahren konnte er sich einen ausgezeichneten Ruf als Live MC erarbeiten, weil er seine Skills, die er auf Albumlänge zeigt, auch eins zu eins auf der Bühne umsetzten kann.

Interview mit Caz & Lucky Looks

„Weil wir keine Erwartungen haben, sind wir schon im Leben angekommen“

Kurz nach dem Release von 0230 AM traf sich BB21 mit Caz und Lucky Looks, um sich mit den zwei Bietigheimer Rappern über ihre EP zu unterhalten. Obwohl die beiden eine enge und langjährige Freundschaft verbindet, war es ein langer Weg zu einer gemeinsamen EP. Vielleicht war es aber auch gerade ihre Freundschaft, die ihnen im Weg stand. Es ist ein Problem das wohl jeder aus der Arbeit oder der Schule kennt: Wenn man sich zu gut versteht, unterhält man sich lieber und chillt zusammen, anstatt produktiv zu sein. Doch endlich haben es die beiden geschafft und am der Tag der Zeitumstellung, dem 25.10.15, ihre EP 0230 AM veröffentlicht. Dort reihen sie nicht einfach nur fünf Songs aneinander, sondern geben dir den Soundtrack zum Chillen.

Konzertbilder

Nasou & Bixty Boys

Nasou trat am 24.10.15 im Jazzclub Bix in Stuttgart mit den Bixty Boys auf. Nasou: Stuttgarter Rapper mit starken Reggaeeinflüssen. Bixty Boys: Jazzband aus Stuttgart. Folgerichtig war es ein bunter Livemix aus verschiedenen Musikgenren, die die bühnenerfahrenen Damen und Herren hervorragend umgesetzt haben! Jeder auf der Bühne hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass sich eine großartige Stimmung im Publikum breit machte. 

Alle Fotos: Marco Santoianni          

Interview mit Antifuchs

„Ich würde es einfach auf die natürliche Dopeness schieben“

Antifuchs konnte dieses Jahr mit ihrer EP Willkommen im Fuxxbau für viel Wirbel sorgen. Vor ein paar Tagen ist eine neue Videoauskopplung aus der besagten EP veröffentlicht worden, Antiheld, die eine andere Seite ihrer Skills unterstreicht, nämlich auf langsame Beats rappen zu können. Ob es nun ein wahnsinnig schneller Beat wie bei Neongold ist oder ein langsamer, Anti hat ihre Hausaufgaben gemacht, rappt technisch auf hohem Niveau und kann scheinbar auf jedem Beat rappen.

Konzertbilder

Der Plot

Der Plot erzählte uns im gemeinsamen Interview: „Wir sind eine Liveband. Wir wollen zocken, live spielen und mit den Fans interagieren.“ Für ihren Tourstop in Stuttgart, Schräglage luden sie uns zu ihrer Show ein, um uns von ihren Livekünsten selbst überzeugen lassen zu können. Elmäx (Rap), Conny (Rap), Elias (Gitarre) und Dom (Schlagzeug) konnten ihre Studiosongs unverändert auf der Bühne spielen, weil sie ihr Album schon als Band produziert haben. Es ist einfach geil, wenn Rapper ihre Songs 1:1 auf der Bühne umsetzen können! Thumb up!  Alle Fotos: Marco Santoianni

Interview mit David Floyd

„Ich verzichte […] nicht bewusst auf Geld, sondern verzichte auf das Streben danach!“

David Floyds Gesicht kennt man nicht. Zumindest nicht aus seinen Videos, von Fotos, Konzerten oder vom Cover seiner Debüt-EP Plastikwelt. Der Newcomer aus Köln tut das aber nicht aus Kalkül oder wegen eines Marketingtricks, sondern aus einer Lebenseinstellung heraus.

Interview mit Ruffiction

„Die [Fans] bieten uns aus Nettigkeit [Blech rauchen] an“

Ruffiction schocken mit ihren Songs nicht nur deine Mutter. Auch die BPJM empfand, dass ihre Songs „menschenverachtende Darstellungen“ enthalten. Das wiederum sorgte dafür, dass zwei Gratisdownload-Alben indiziert worden sind. Doch die Band Ruffiction, bestehend aus Arbok 48, Crack Claus und Crystal F, bleiben provokant und überspitzt.

Konzertbesuch

Ruffiction

Wir haben Ruffiction auf ihrem Konzert in der Schräglage, Stuttgart besucht. Die kleine Halle wurde zu einem einzigen Moshpit und weil das Wort "Hardcorefans" in letzter Zeit inflationär benutzt wurde, brauchen wir für die Anhängerschaft von Ruffiction ein neues Wort. Nahezu alle Zuschauer konnten jede Textzeile mitrappen und gerieten dabei in eine stetig wachsende Extase.

 

Alle Fotos: Martin Tamba