Bietigheims Finest

Wer kommt alles aus der Hip-Hop-Hauptstadt?

Autor: Walter Schilling

 

 

Hier und jetzt stellen wir euch die Bietigheimer Rapszene vor. Denn mitten im Schwabenländle gibt es eine kleine Stadt, die kaum mehr als 42.000 Einwohnern hat, aber dafür eine sehr aktive Rapszene. Die Musik selbst, ist dort unglaublich abwechslungsreich, denn jeder der dortigen Rapper hat einen ganz eigenen Rapstil. Hierbei ist anzumerken, dass Bietigheim kein Stuttgarter Stadtteil ist, was leider diverse Qualitätsmedien behaupten, sondern eine eigenständige Stadt.

Shindy

Shindy ist definitiv der bekannteste unter allen Rappern aus Bietigheim-Bissingen und gleichzeitig auch derjenige, der am längsten rappt. Als Protegé von Kay One kam er 2012 in Kontakt mit Bushido, der ihn wenig später auf seinem Label ersguterjunge unter Vertrag nahm. Fünf Jahre später ist er nicht nur Bietigheims erfolgreichster Rapper sondern sogar einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands.

Bausa

Vom Leiharbeiter zum Millionär klingt nach einem traumhaften Märchen, was bei Bausa aber womöglich wahr werden könnte. Denn er ist gerade dabei, das  nächste große Ding zu werden und hat mit Warner auch die Unterstützung eines Major-Labels. Sein Rapstil ist dabei stets der gleiche geblieben: Reflektiert rappt er über seinen Selbsthass, Drogen und Nutten, was er wiederum mit eingängigen Melodien verknüpft. Quasi Straßenraop. 

Caz

Caz Songs sind dagegen nicht ganz so melodiös, dafür aber äußerst reflektiert und tiefsinnig. In seinem eigenen Rapstudio beherbergte er unter anderem auch Bausa, Rin, Zetka INS oder auch Lucky Looks und hat damit einen großen Beitrag für die Vielfalt der Bietigheimer Rapszene geleistet oder wie man auch so schön sagt: Seine Dues gepaid. Er selbst lehnte in der Vergangenheit diverse Angebote von Labels ab, um stets seiner Liebe zur Musik treu bleiben zu können und vollkommen unabhängig an seinen Songs zu schreiben und zwar so, wie er selbst es für richtig hält, ganz ohne Vorschriften. Keep it real.

Rin

Auch Rin steckt sehr viel Liebe zum Detail in seine Musik, aber nicht nur dort. Selbst in seinen Haaren oder in seinen Klamotten steckt viel kreative Energie, wodurch er nicht nur musikalisch sondern auch modisch sehr unique ist. Er weist einfach überall einen hohen Wiedererkennungswert auf. Selbst sein Verhalten in den sozialen Netzwerken ist unvergleichlich. Denn in Zeiten, in denen viele Rapper ADHS-Kranken ähneln, ist es sehr erfrischend, dass es auch Jungs gibt, die nicht um jeden Like erbittert kämpfen.

Lucky Looks

Bei Lucky Looks kamen die Likes in seinen Social-Media-Kanälen quasi über Nacht. Denn vor dem Schlafengehen stellte er 2012 seinen Song Doppelpunktklammerauf :( online. Am nächsten Tag hatte das Video schon tausende von Klicks. Es war ein gefühlvoller Song, der ihm dazu verhalf, auch überregional bekannt zu werden. Diesem Stil ist er bis heute treu geblieben und rappt noch immer reflektiert über seine Gefühle. Auf seinem Song Tattoo heißt es: „Ich bin nicht depressiv, ich bleib nur objektiv. Leb’ in ´ner heilen Welt, doch in meinem Kopf ist Krieg.“

Lia

Sowas wie einen Krieg hat Lia auch schon hinter sich. Doch sie führte ihn nicht mit sich selbst sondern mit ihren Hatern. Denn Bietigheims einzige Female MC musste in der Vergangenheit viele dumme Sprüche über sich ergehen lassen. In den YouTube-Kommentaren zu ihren Videos ist oftmals die Rede davon, dass sie doch wieder zurück in die Küche soll. Schade, denn vielen ihrer männlichen Kollegen steht sie in absolut nichts nach. 


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Interview mit Ray Escobar

Ray Escobar löst mit seinem Rapstil schon fast einen Skandal aus. Die Szene scheint zweigeteilt zu sein, wenn es um seine Songs geht, schließlich hat er auf manchen Tracks genauso viele Disslikes wie Likes auf YouTube bekommen. Natürlich ist ihm das auch selbst aufgefallen, wie er bei unserem Skypegespräch erzählt: „Ich [bin] wohl der Rapper in Deutschland, der am meisten gehatet wird.“ Bei anderen Rapheads löst er dagegen große Begeisterung aus.  

Interview mit Heppy

Heppy ist eine ganz besondere Kunstperson, die sowohl musikalisch, vor allem aber textlich und inhaltlich überzeugen kann. Denn genauer gesagt ist er nicht einfach nur ein Rapper sondern auch ein Zeitreisender. Im Jahre 1963 wurde er plötzlich in das hier und jetzt katapultiert. Er hat keine Ahnung, wie das passieren konnte, Fakt ist jedoch, dass er nun in unserer Gegenwart lebt. 

Die schlechtesten Rapsongs der Anfangszeit

Früher soll alles besser gewesen sein? Etwa damals, als Mark Wahlberg unter dem Pseudonym Marky Mark unterwegs war und gerappt hat? Oder etwa noch früher, in einer Zeit, in der die Rapper zurecht in Vergessenheit gerieten? Denkt immer daran: Wo ein Hype ist, lässt die Wackness nicht lange auf sich warten. Dieser Trend ließ sich nämlich schon bei der Sugar Hill Gang und ihrem Song Rappers Delight feststellen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jool (Montag, 11 Dezember 2017 13:31)

    Die kommen nicht alle direkt aus Bietigheim. Und ihr habt hier sicher nicht "Bietigheims rapszene" vorgestellt. Ich bin da groß geworden, 17 Jahre die Stadt und die HipHopSzene vom Jugendhaus bis in die kleineren Konzerthallen verfolgt. Bis auf Looks sind oben genannte Exportschlager; in Bietigheim waren die nie großartig aktiv.
    Es ist auch nur eine Auflistung - kein Background/Bezug von Rapper zu Stadt.
    Flasht nich