Interview mit SK Invitational

„Darauf stehen sehr viele Leute in den U.S.A.. Die Szene ist in Österreich und Deutschland dagegen deutlich kleiner.“

Interview mit Stephan Kondert
Interview mit Stephan Kondert

Autor: Walter Schilling

Foto: Severin Koller

 

 

Die Band SK Invitational ist vielen durch ihre Zusammenarbeit mit Nazar, Texta oder auch Blumentopf ein Begriff geworden. Sie ist aber nicht nur irgendeine Band, die gerne mit vielen Rappern zusammenarbeitet, sondern vor allem eine sehr riesige Gruppe. Wir reden von aktuell 16 verschiedenen Musikern! Das sind Drummer, Saxophonisten, Geigenspieler, Gitarristen und noch viele mehr. Gemeinsam leben sie ihre Liebe für Jazz, Hip-Hop und Funk aus und da in Deutschland diese Kombination lediglich eine kleine Nische ist, haben sie ihr neues Album Golden Crow vorrangig mit englischsprachigen Rappern produziert. Per Skype unterhielt ich mich mit dem Kopf der Band, Stephan Kondert, der für die Albumproduktion zwischen Europa und Nordamerika pendelte.

BB21: Stimmt es, dass eure Band durch ein Uni-Abschlusskonzert entstanden ist?

SK:  Ja, damals habe ich noch in Linz studiert und mit meinen damaligen Freunden diese Big Band gegründet. Wir sind danach auch alle professionelle Musiker geworden und verdienen heute damit unser Geld. Der ursprüngliche Gedanke war eigentlich, elektronische Musik mit einer Big Band zu spielen. Wir haben uns anfangs an Drum'n'Bass oder Dancehall versucht. Dazu haben wir auch gleich ein Album veröffentlicht, weil unser Zeug viel zu gut war, um es nicht festzuhalten. Unsere Band gibt es schon seit elf Jahren.

BB21: Wie ist es ein Alben mit so einer großen Truppe zu produzieren? Ist das beim dritten Album einfacher, weil ihr eingespielt seid?

SK:  Was das Ganze sehr verkompliziert hat, ist, dass ich in die Staaten gezogen bin. Ich habe die Instrumentals alle zuerst einmal komponiert und sie dann mit den Jungs in vielen verschiedenen österreichischen Studios aufgenommen und abgemischt. In den U.S.A. habe ich mich dann wiederum mit Rappern wie Sandman oder M.O.P. connectet und mit ihnen gemeinsam die Songs zu Ende gemacht.

BB21: Also noch bevor du nach New York gegangen bist, hast du sämtliche Beats hier in Europa mit der Big Band produziert?

SK: Genau. Momentan bin ich zwar wieder in Brooklyn, aber durch viele verschiedene Produktionen, wie zum Beispiel mit Fiva, war ich eben auch oft in Österreich oder Deutschland unterwegs und habe nebenbei mit der Band an Golden Crown gearbeitet. Mit den Rappern war es dagegen ein Hin und Her. Wenn ich in Europa war, habe ich mich im Studio mit den Rappern aus UK getroffen, in New York dagegen mit den Amis. Ich war bei den meisten Studiosessions auch dabei, denn ich wollte nicht irgendwelche Rapparts zurückgeschickt bekommen, sondern mit dabei sein und in die Arbeit involviert sein.

„Einen Song zu machen, ist etwas sehr persönliches.“

BB21: Wirst du auch in Zukunft mit amerikanischen Rappern enger zusammenarbeiten?

SK: Ja, ich wohne doch in den Staaten und bin jetzt auch erstmal wieder hier. Natürlich werde ich dann auch den Kontakt mit den Rappern hierzulande pflegen. Wir werden hier auch mit der gesamten Band auftreten. Obendrein auch noch im National Sawdust, einer der angesagtesten Schuppen in Brooklyn. Nach dieser Show wird sich bestimmt auch einiges ändern. Unsere Band steht für Hip-Hop, Jazz und Funk. Darauf stehen sehr viele Leute in den U.S.A.. Die Szene ist in Österreich und Deutschland dagegen deutlich kleiner. Eigentlich nicht nur dort, in ganz Europa ist das doch eher eine Nische. Es war auch diesmal eine ganz bewusste Entscheidung, auf deutschen Rap zu verzichten. Ich wollte ein einheitliches Album und nicht wieder einen Langspieler produzieren, in dem es mehrere Sprachen gibt.

BB21: Du hast das Album Golden Crown genannt, weil dir die Lyrics von J.Hoard so sehr gefielen. Wie war diese Session?

SK: Einen Song zu machen, ist etwas sehr persönliches. Man bringt Melodien und Lyrics aus den tiefen seiner Seele hervor. Natürlich ist nicht jede Session total intim. Als ich damals mit Nazar zusammengearbeitet habe, gab es ebenfalls einen sehr coolen Vibe, aber es war kein familiäres Gefühl. Mit J Hoard und John Robinson haben wir aber einen Song produziert, der die Menschen mit positiven Gefühlen überwältigen soll. In dieser Session steckte sehr viel kreative Energie.

BB21: Wie sieht eure Tour aus und welche Rapper werden euch dort begleiten? Es können ja bestimmt nicht alle mit auf Tour gehen.

SK: Es wäre natürlich vollkommen unmöglich, dass sämtliche Rapper, die auf unserem Album vertreten sind, mit auf Tournee kommen. Das will ich auch nicht. Wenn nämlich wirklich alle mitkommen würden, dann wäre es ein ständiges kommen und gehen auf der Bühne. Sowas zerstört den Vibe. Zu dieser Tour begleiten uns aber John Robinson, J Hoard, Jason the Scientist und die Sängerin Lylit. Billy Danze von M.O.P. wird bei manchen Shows auch dabei sein.

BB21: Die letzten Worte gehören dir!

SK: „Shattered glass is like rain falling over me maybe golden crowns will become protection.“ Hört euch den Song an und lasst die Angst hinter euch. Wenn ihr ohnehin schon davon befreit seid, dann bleibt wie ihr seid, nur mit coolerer Musik im Gepäck.

Im Februar geht SK Invitational auf Tour: 

 

4.2 National Sawdust, Brooklyn, NY

11.2 Jazzit, Salzburg

16.2 Posthof, Linz

17.2 Porgy&Bess, Wien

23.2 Feierwerk, München


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Kommentare: 3
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