Cypress Hill - Cypress Hill

Cypress Hill kennt wohl ziemlich jeder. Die Rapgruppe, die aus DJ Muggs, B-Real und Sen Dog besteht, leisteten mit ihrem Debütalbum wahre Pionierarbeit. Vor allem deswegen, weil sie eine der wichtigsten Minderheiten in den USA repräsentieren: Die Hispanics. Endlich gab es Rapper, die diesen Menschen ein Gesicht gaben. Es gibt auf diesem Album kaum einen Song, auf dem nicht ein kleines Wort auf Spanisch gesprochen wird. Selbst wenn es manchmal nur ein einfaches „Puta“ ist. Das kann wie auf How I Could Just Kill A Man ganz nebenbei und organisch funktionieren: „And my magnum taking out some puto’s/ Acting kinda loco“, oder aber sehr deutlich wie Sen Dog auf Latin Lingo: „And you can hear it, en las congas […] Don’t be such a lepar, what u got for la cabeza? Hey homes, pass the cerveza“. Allen voran Sen Dog, er vertritt seine spanische bzw. kubanische Wurzeln und vermischt Spanisch und Englisch deutlich stärker als es B-Real tut. Auf dem Song Tres Equis, der komplett auf Spanisch ist, ist einzig und allein Sen Dog zu hören. Er gibt dem Album den „funky bilingual“. 

 

 

Außerdem ist hier noch dieser geniale DJ Muggs, der für sämtliche Produktionen auf dem Album verantwortlich ist. Wir müssen uns noch einmal vor Augen halten, dass dieses Album 1991 in Kalifornien erschienen ist. Der Staat, der zeitgleich für den G-Funk verantwortlich war. Doch auf Cypress Hill wird noch die Kunst des Samples großgeschrieben. Das kann vielleicht auch daran liegen, dass DJ Muggs selber aus New York kommt. Erst im späten Alter zog er nach LA. Doch warum und woher ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass er verrückte Samplequellen zusammenmischt. Den Song The Phunky Feel One hat Muggs aus mindestens 10 verschiedenen Funk Samples zusammengeflickt (zB. Blues and Pants von James Brown, The J.B.’s La Di Da La Di Day, oder Rufus Thomas in The Breakdown II). Der Song The Funky Cypress Hill Shit besteht nicht aus weniger Fetzen anderer, bereits existierender Musik. Er mischt die Funksongs der späten 1960er und frühen 1970er zusammen und macht etwas ganz neues. Vor allem auf den genannten Songs The Phunky Feel One und The Funky Cypress Hill Shit tobt er sich richtig aus. Es ist wohl davon auszugehen, dass er die Plattensammlung seiner Eltern nahezu ausgebeutet hat. Klar, er ist damit nicht der erste, nicht der letzte. Doch auf diesem Langspieler hat er ein gutes Ohr und ein glückliches Händchen bewiesen, oder anders gesagt: Seine Genialität demonstriert. 

 

 

Dann haben wir auf dem Album Cypress Hill noch unseren Gangbanger B-Real. Gerade er schafft es über den Hoodalltag dermaßen cool zu rappen, dass man bei Songs wie Hand on the Pump die Lust verspürt nach LA zu fliegen und bei der nächsten Gangaction mitzuballern. „Sawed off shotgun, hand on the pump/ left hand on a forty (puffing on a blunt)/ Pumped my shotgun (****** didn’t jump)/ Lala la la lala la laaaaaa“. Gerade die letzte Zeile ist eine viel zitierte Line und wurde später z.B. von Redman & Method Man in Da Rockwilder gesamplet. Überhaupt versteht es B-Real eingängige Hooks zu schreiben und die nasal gerappten Parts geben ihm eine unverwechselbare Stimme. Gangleben wird hier zwar verherrlicht, aber stets mit einem Augenzwinkern. Mit einer irgendwie lustigen Attitüde. „Here is something you can't unterstand: How I could just kill a man.“

Gemeinsam haben die drei es auf Anhieb geschafft ein unvergängliches Album zu produzieren und beste Unterhaltung zu bieten. Rap in seiner reinsten Form. 

 

Von Walter Schilling

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