A$AP ROCKY- AT.LONG.LEAST.A$AP


 

 

Fast jeder kann Englisch sprechen, doch keiner auf die Weise wie Rakim Mayers - besser bekannt als A$AP Rocky. Wenn er erst einmal richtig anfängt zu rappen, sitzt jede einzelne Silbe perfekt. Auf der Single LPFJ2 zeigt sich das besonders gut. Passgenau ist jedes Wort exakt an der Stelle, wo es sein muss. Seine Betonung ist jedes mal gelungen und so wird seine Stimme zu einem weiteren Instrument auf dem Beat. Technisch hervorragend, aber nicht wie EMINEM oder Tech N9ne

 

 

A$AP (Always $trive And Prosper) Rocky hat seinen eigenen Trade-Mark Rap (mit dazugehörigen Trade-Mark Ad-Lips), der auch mal smooth und zurückhaltend sein kann. Der Song Excuse Me zeigt dir, was ich meine.

Doch trotz dieser Technik werden sich viele Fans vor den Kopf gestoßen fühlen. A.L.L.A. enthält keine einzige Hit-Single. Kein Wild for the night oder F#*@ing Problems. Selbst der Song Jukebox Joints mit Kanye West ist ein hervorragender, psychedelischer Rapsong, aber eben kein Hit. Reuig und ehrlich erzählte Rocky in Interviews, dass er Wild for the night bereut und ähnliche Songs kein zweites Mal machen wird. 

Stattdessen liegt die Konzentration bei seinem neuen Album auf dem Langspieler selber. Der psychedelische Sound zieht sich durch die gesamte Spieldauer von A.L.L.A., was Rocky und seine Produzenten mit Hilfe der unterschiedlichsten Mitteln geschafft haben. Auf LPFJ2 sind es die dich durchdringenden Sirenen. Auf LSD ist es ein deutlich subtilerer - mit einem für Rapverhältnisse sehr langsamen - Beat, auf dem er halb gesungen zu uns spricht. Der Song Wavybone ist dagegen schon fast ein traditioneller New Yorker Rapsong (mit Gästen aus den Südstaaten), nur ballern die Beats auf diesem Song etwas langsamer als bei Big L oder Nas, wodurch das Lied wieder in das Albumkonzept passt. 

 

 

In ganzen fünf Songs des Albums ist es unter anderem Ex-Straßenmusiker Joe Fox, der ein psychedelisches Rundum-sorglos-Paket liefert. Mittlerweile lebt, wohnt und reist Joe mit A$AP Rocky. Am deutlichsten merkt man seine gesangliche Wohltat für das Album im Song Max B. Hier spittet Rocky hart und dreht durch, während Joe Fox wieder zurückrudert und den Song dahin bringt, wo er hingehört. Ohne diesen talentierten Sänger würde dieser Song gar nicht in das Albumkonzept passen. 

„Gentrification split the nation that I once was raised in“, rapt Rocky in Pharsyde, in dem es auch mal politisch wird, als er die Gen­t­ri­fi­zie­rung anspricht, unter der er selbst zu leiden hatte. Als die Mieten in Harlem zu hoch wurden, lebte er zeitweise mit seiner Mutter in Notunterkünften für Obdachlose. Diese Authentizität gibt der Line mehr Gewicht!

Das Album ist sehr durchdacht und Kunst auf einem hohen Niveau. Ein Newcomer hätte so ein Album wohl nicht produzieren können, denn selbst die Reihenfolge der Songs ist perfekt. Electric Body ist ein geil ballernder Track, der aber nicht in das eigentliche Gesamtkonzept des Albums passt. Doch nachdem man LPFJ2 gehört hat, ist es eine Wohltat ihn nochmal mit ScHoolboy Q hart und direkt rappen zu hören. Wobei das Outro des Songs wieder in die psychedelische Richtung geht. Wie gesagt, hier steckt viel Liebe zum Detail drin!

 

 

Von Walter Schilling

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Kommentare: 1
  • #1

    A$AP Rocky (Samstag, 30 Mai 2015 11:05)

    Oh my man, u can f€€l m€!